HERMES (Grannenprobus, PGR)

Hermes
Hermes

Auch PGR stammt vom Lichthof-Probus ab (siehe: Karneol). 1989 wurde im Feld eine begrannte Ähre gefunden. Im Hinblick auf eine Sortenentwicklung wurde dieser Typ ab 1995 weiter vermehrt. Wegen zu starker Aufspaltung wurde ab 1998 versucht, die Sorte über Einzelährenselektion zu erhalten. So entstand eine Vielzahl von Linien, die auch gegenwärtig noch nicht vollständig homogen sind – aber trotzdem geeignet für den Anbau im Regionalsortenprojekt.

Grannenprobus ist im vegetativen Wuchs von Probus kaum zu unterscheiden, erst wenn die Ähre sich öffnet, wird eine neue Qualität sichtbar. Auffällig ist das glasige, kleberreiche Korn fast aller PGR-Linien. PGR 363, genannt Hermes, ist zur Zeit der Favorit und wird wegen seiner guten Backqualität  am Bodensee verstärkt angebaut.

Der Charakter wird beherrscht von den Lichtkräften, die in der Grannenbildung ihren Ausdruck finden. Der Kiesel wird hier bis ans Licht getragen und kann aufgefasst werden wie ein Sinnesorgan für die kosmische Umgebung. Was sich sonst in der Blütenbildung ausspricht, verbindet sich hier mit dem lebendigen Wachstumsprozess: Grannenbildung stammt aus der Schubkraft des vegetativen Wachstums. Sie wird geläutert bis zur Reinheit der Kieselkristalle (siehe auch: Das Grannenprojekt, Mitteilungen Keyserlingk-Institut Nr.21, 2007, und: Studium der Grannenbildung bei Weizen, Mitteilungen Keyserlingk-Institut Nr.23, 2011).

 

Im Anhang wird der Züchtungsgang im Detail beschrieben:

Werdegang_Hermes.pdf
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