Unsere Linsenzüchtung

Linsen gehören zu den Leguminosen und besitzen damit die Fähigkeit mit Hilfe von Bakterien Luftstickstoff zu binden.

Insbesondere eher trockene, nicht staunasse Grenzertragsböden, wie auf der Schwäbischen Alb eignen sich zum Anbau. Weiter gedeiht sie auf kargen, kalkhaltigen, lockeren Lehmböden in Mischkultur mit Getreide, wie Hafer, und Gerste, oder Leindotter als Stützfrucht. Der Mischanbau ermöglicht ertrags- und konkurrenzschwachen Linsen-Pflanzen nicht nur aufrechtes Wachstum, sondern gleichzeitig die Unterdrückung unerwünschter Beikräuter (Horneburg und Becker 1998 aus Bachelorarbeit Aileen Neubauer).

 

Um die Wirtschaftlichkeit des hiesigen Linsenanbaus zu fördern, werden am Keyserlingk-Institut Sorten entwickelt, die sowohl in Ihrer Anbaueignung, wie in ihren qualitativen Merkmalen geeignet sind, sich am entsprechenden Nischenmarkt zu behaupten. Verbesserungen hinsichtlich agronomischer Merkmale sollen erreicht werden, doch auch auf Lebensmittelqualität, wie Koch- und Geschmackseigenschaften, wird geachtet.

Das Keyserlingk-Institut arbeitet zurzeit an der Prüfung und Weiterentwicklung der Sorten, die innerhalb der Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa angebaut werden. Da aber auch Sorten entwickelt werden sollen, die sich für den Anbau am Bodensee (und evtl. in anderen Regionen Mitteleuropas) eignen, werden auch Genbankherkünfte und Feinschmeckersorten aus den Höhenlagen Südeuropas geprüft und ggf. auf die hiesigen Anbaubedingungen hin selektiert.

Forschungsprojekte

Das Keyserlingk-Institut ist beteiligt am Forschungsprojekt "LinSel". Das Übergeordnetes Ziel von "LinSel" ist es, Landwirten an mitteleuropäische Verhältnisse gut angepasste Linsengenotypen (Lens culinaris L.) zur Verfügung zu stellen. Damit sollen Ertrag, Ertragssicherheit und Qualität gesteigert werden und in der Folge, der Anbau der Leguminose Linse ausgedehnt werden. Im Rahmen des Projektes werden Genotypen identifiziert, selektiert, weiterentwickelt und geprüft, um eine optimale Passung für Anbausysteme in Deutschland zur erreichen und damit die Leguminose Linse fest als „neue“ alte Kulturart zu etablieren. Dabei wird ein Anbau auch über die traditionellen Standorte hinaus angestrebt. Die Ergebnisse des Projektes kann die Produktpalette von Züchtern, Landwirten und Verbrauchern um eine legume Marktfrucht erweitern, die speziell im ressourcenschonenden Mischanbau sowie im ökologischen Landbau zum Einsatz kommt. Die Koordination liegt beim Zentrum Ökologischer Landbau Universität Hohenheim. Projektpartner sind das Institut für Kulturpflanzenwissenschaften Universität Hohenheim, mit den Fachgebieten „Allgemeiner Pflanzenbau“ und „Qualität pflanzlicher Erzeugung“, das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Abteilung Genbank, das Keyserlingk-Institut und die Fachgruppe Ökologische Pflanzenzüchtung und Agrarbiodiversität, der Universität Kassel.

Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde im Jahr 2020 das Thema Pelletierung von Linsen behandelt. 

 

Um Linsensamen in ihrer frühen Entwicklung und Auflaufphase zu stärken und ein keimungs- und wachstumsförderndes Umfeld zu schaffen, wurde die Wirkung einer Saatgutpelletierung untersucht. Zur einfachen Nachahmung interessierter Landwirte besteht die Hülle aus lokalen Materialien und ist in einem einfachen Verfahren herstellbar. Besonders interessant schienen Inhaltsstoffe wie Kompost, Molke und Baldrian. Alle drei Zusätze sind durch ihr natürliches Vorkommen im ökologischen Landbau einsetzbar und bis auf Kompost bezüglich möglicher Düngewirkungen wenig erforscht.

Die Hypothese, dass das Pelletieren von Linsensaatgut die Samen in der Keimphase schützt und fördert und Wirkungen auf pflanzenbauliche Parameter, wie den Ertrag zeigt, wurde überprüft.

 

Pflanzenbauliche Wirkungen der Pelletierung von Linsen

(Lens culinaris Medik.) im ökologischen Landbau - Bachelorthesis zum Download